Mein Umstieg von Windows auf OS X (Teil 3) – Erfahrungsbericht

Mein Umstieg von Windows auf OS X (Teil 3) – Erfahrungsbericht

30.12.14 - 19:53 Uhr // Hirnpups

Das letzte Quartal des Jahres gehörte dem Mac. Zumindest bei mir. Die Erfahrungen der letzten 90 Tage möchte ich im dritten Teil des Umstiegs zu OS X schildern. Die tägliche Arbeit am Betriebssystem OS X, dem Mac Mini und den iOS Geräten, die perfekt dazu passen, geben genug Stoff für einen ausführlichen Erfahrungsbericht zum Ende von 2014.

Der Einstieg

Die ersten Schritte mit OS X waren sehr einfach. Da ich bereits eine AppleID besaß ging der Einrichtungsvorgang auch schnell über die Bühne. Viel musste nicht personalisiert oder umgestellt werden, da die Standard-Einstellungen bereits angemessen waren. Trotzdem ging ich jeden Einstellungspunkt einmal kurz durch. Ich aktivierte zum Beispiel „FileVault“ um meine Platte mit einem Passwort zu verschlüsseln und aktivierte die Firewall. Das Einrichten von Mail-Accounts funktionierte genau so wie auf iOS. Danach konnten alle E-Mails global in der Mail-Anwendung aufgerufen und versendet werden. Ansonsten beließ ich es erstmal so, wie es Apple vorgab.

Viele Apps waren bereits vorinstalliert und synchronisierten sich perfekt mit der iCloud. So waren Notizen, Erinnerungen, Kalendereinträge, Lesezeichen oder Kontakte bereits einige Minuten später auf dem Mac gespeichert und gleichen sich perfekt mit meinen mobilen Geräten ab. So habe ich mir ungefähr die Zukunft vorgestellt. Das spart am Ende auch viel Arbeit und Zeit. Als Standard-Browser nutze ich Safari, da sich hier die Lesezeichen synchronisieren (das würde mit Chrome oder Firefox natürlich auch funktionieren, wenn ich den gleichen Browser auch auf dem Smartphone nutzen würde). Außerdem kann ich so Continuity verwenden um einen interessanten Tab vom iPhone am Mac weiter zu lesen.

 

Die Umgewöhnung

Man musste sich natürlich am Anfang an die neuen Tastenkombinationen gewöhnen. Wer zuvor oft Kopiert, Eingefügt, einen Reload gemacht oder zwischen Anwendungen gewechselt hat, wird anfangs auf Probleme stoßen. Statt ‚CTRL‘ + ‚C‘ am Windows-Rechner wird ‚CMD‘ + ‚C‘ zum Kopieren verwendet. Auch Sonderzeichen verstecken sich nun hinter ganz anderen Tasten. Bei der ‚@‘-Taste ist mir dies am Anfang oft verpasst, dass ich eine Anwendung geschlossen habe (‚CMD‘ + ‚Q‘). Die korrekte Tastenkombination dafür ist ‚ALT‘ + ‚L‘. Als Programmierer muss man hier oft überlegen wo die Klammern, die Pipe oder andere wichtige Sonderzeichen versteckt sind. Nach einiger Zeit hat man das zum Glück in den Fingern. Auch die F-Tasten haben nicht mehr die gleiche Funktion wie unter Windows. Zum Neuladen einer Seite drücke ich nun ‚CMD‘ + ‚R‘ statt ‚F5‘. Zum Teil musste ich am Anfang sagen, dass es sehr ungewohnt ist, vor allem weil die Finger so komisch liegen, wenn man gerade im 10-Finger-System schreibt. Ich habe mich aber schnell daran gewöhnt und mache nun die Fehler, die ich unter OS X gemacht habe, eher unter Windows, wenn ich nach längerer Zeit wieder an einem PC der Hochschule sitze. Eine Liste mit allen Kombinationen findet man auf der Apple Homepage.

Auch das Scrollen ist jetzt anders. Man könnte meinen Apple wolle absichtlich den User verwirren. Im Nachhinein klingt das aber logisch. Früher scrollte ich auf meinem Notebook immer nach unten, um nach unten zu scrollen. Das Gehirn muss jetzt umdenken. Man schiebt nun das Fenster nach oben, statt den Scroll-Balken nach unten, deshalb muss man das Mausrad nach oben drehen, wenn man nach unten möchte. Zum Teil schaffe ich es sehr schnell umzudenken, wenn ich wieder die „unnatürliche“ oder übliche Scroll-Richtung verwenden muss.

 

MacMini_2012_vorne

 

Unterschiede zu Windows

Einige Unterschiede zu Windows habe ich bereits erläutert. Viele davon kann man nachvollziehen, andere klingen eher verwirrend. Apple hat sein Betriebssystem gut durchdacht. Das Interface ist schön, Anwendungen glänzen mit hoher Qualität und starten dank SSD sehr schnell. Der Appstore bietet, wie beim Windows Store die unterschiedlichsten Anwendungen. Leider habe ich daraus nicht viel installiert. Die gängigen iWork-Apps und ein paar kleine Hilfreiche Tools. Ein positiver Unterschied. Die Windows-Apps laufen nur in der Kachel- oder Metro-Ansicht. OS X Apps fühlen sich wie ganz normale Anwendungen an. Diese lassen sich aber zum Glück auch so herunterladen und installieren. Das funktioniert sogar besser als unter Windows. Kein nerviger Installer, der Toolbars oder sonstige Shareware installiert. Dafür bekommt man einfach die Software, die man unter „Programme“ abspeichert. Schon funktioniert sie nach dem ersten Start.

Natürlich ist die Hardware für ein OS X Gerät teurer. Da lohnt es sich für viele Anwendungsgebiete eher einen Windows Rechner zusammen zustellen, der die gleiche Leistung für weniger Geld bietet. Doch ich finde, dass Apple das Betriebssystem sehr gut an seine Hardware anpasst. Zwar ist mein Arbeitsspeicher (16GB) gefühlt immer voll. Es sind aber keine Ruckler, Hänger oder Abstürze zu bemängeln. Bis jetzt lief jede Software durchwegs flüssig und gut. Bei aufwendigen Spielen oder Anwendungen fängt der Lüfter auf beiden Betriebssystemen lauf zu werden. Da mir bei meinem Mac Mini aber eine richtige Grafikkarte fehlt, ist die Bild- und Videobearbeitung spürbar schlechter als vorher geworden. Auch viele Spiele funktionieren nur noch unter Windows oder haben andere Systemanforderungen. Darauf kann ich aber so gut wie verzichten.

Für die Produktivität habe ich mir einen guten Workflow zusammen gestellt. Dank mehreren Fenstern und „Mission Controll“ ist das Wechseln zwischen meiner Code-Software und dem Browser für das Entwickeln von Webanwendungen nie einfacher gewesen. Sogar ein Webserver ist vorinstalliert. Das hinzufügen einer SQL-Datenbank und das Updaten der PHP-Version verlief relativ einfach. Ich wechsle täglich zwischen meinen virtuellen Schreibtischen hin und her. Dieses Feature wird wohl mit Windows 10 auch unter Windows funktionieren.

Auch in Sachen Datensicherung hat Apple die Nase vorne. Vorher habe ich das noch mühsam per Hand erledigt, da es keine gute und kostenlose Software dafür gab. Die Daten werden nun mit „Time Maschine“ gesichert. Jede geänderte Datei wird in einem gewünschten Intervall oder beim Einschalten der externen Platte gesichert. Dank intelligenter Zeitleiste kann ich jede Änderung des aktiven Ordners mitverfolgen und gewünschte Dateien wiederherstellen. Diese Funktion habe ich bereits öfter angewendet. Das Wiederherstellen geht dank USB 3.0 sehr schnell. Außerdem lässt sich so ein komplettes Backup auf einen neuen Mac übertragen.

 

Sonstiges und Fazit

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit Apples System. Als Entwickler habe ich sehr gute Tools und einen passenden Workflow gefunden. Die Entwicklung an der Programmiersprache Swift macht mir aktuell am meisten Spaß. Das komplette System ist durchdacht und läuft sehr flüssig. Durch „aktive Ecken“ komme ich schnell an mein Ziel. Und mit der ständigen Verbindung zum iPad und iPhone via Wifi, empfange ich sogar meine SMS und Anrufe am Arbeitsplatz, während das Smartphone an der Ladestation hängt. Wer einen Mac Mini hat, sollte sich deshalb auf jeden Fall ein Mikrofon und gute Kopfhörer oder ein Headset anschaffen, da dieses ohne integrierte Lautsprecher oder Mikrofoneingang kommt.

Man gewöhnt sich schnell an die neue Bedienung. So fühlt sich ein durchdachtes Betriebssystem an. Natürlich könnte sich das mit Windows 10 wieder ändern, bis dahin erledige ich meine tägliche Arbeit am Mac, das in unregelmäßigen Abstanden sogar mit neuen Funktionen (zum Beispiel durch Updates) bestückt wird. Und nächstes Jahr kommt sicher bereits OS X 10.12.

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Über den Autor: Anh Dung

Gab dem Blog seinen Namen. Seit 25 Jahren ein Nerd. Leidenschaftlicher Gamer, Webdesigner, Softwareentwickler, Fotograf und Blogger. Studierte Medieninformatik an der Hochschule Aalen. Jetzt mit Bildungsgrad Bachelor. Macht beruflich Apps für Apple Hardware in Karlsruhe. Großer Fan von Games, Technik, Nintendo, Sony, Apple, guten Animationsfilmen, lustigen Serien, alternativer Pop-Musik.
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