4 Monate mit der Pebble Smartwatch [Erfahrungsbericht]

4 Monate mit der Pebble Smartwatch [Erfahrungsbericht]

03.09.14 - 11:08 Uhr // Techfeed

Im April 2014 entschied ich mich etwas auszuprobieren, das noch nicht von allen digitalen Menschen der Neuzeit verwendet wird. Die Smartwatch (hier das Review zur Pebble). Seit dem gab es immer wieder Updates und neue Funktionen, die mein Leben mit der Uhr erleichtern sollen. Wie ich mit der neuen Situation umgegangen bin und ob ich weiterhin so überzeugt davon bin, wird in diesem Beitrag erzählt.

Ich bin kein großer Uhrenträger gewesen. Zwar habe ich es immer wieder versucht, irgendwann landete die günstige Armbanduhr in der Schublade. Mehr als die Zeit ablesen konnte ich damit ja nicht und schneller gingen die Vorlesungen auch nicht rum, wenn meine Uhr 5 Minuten vorging. Die Pebble Smartwatch habe ich fast täglich im Praktikum am Armgelenk getragen. Seit dem ich sie vor kurzem weiterverkauft habe, vermisse ich wieder etwas und blicke unbewusst öfters auf mein leeres Handgelenk.

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Die Verbindung zwischen einer Uhr und dem Smartphone (in meinem Falle ein iPhone 5) über Bluetooth, war etwas vollkommen neues. Erste Zweifel über eine kürzere Akkulaufzeit verschwanden nach einigen Tagen bereits. Dank Bluetooth 4.0 merkt man keinen großen Unterschied. Das Smartphone wurde vorher alle drei Tage aufgeladen. So blieb es auch über den gesamten Zeitraum, in der die Uhr getestet habe (meistens sogar länger). Die Smartwatch selbst konnte fast eine ganze Woche ohne Steckdose auskommen. Sofern man keine Spiele oder aufwändige Watchfaces genutzt hat. Der einzige Unterschied zu früher: Das Smartphone bleibt öfter in der Hosentasche und wird damit weniger oft gebraucht. Die wichtigsten Mitteilungen (Facebook Messenger, iMessage, Mails, eBay, Termine, Anrufe und Erinnerungen) kommen direkt aufs Handgelenk. Ein leichtes Vibrieren soll einen darauf aufmerksam machen. Dadurch kann man sich auch geräuschlos wecken lassen. Aber selbst ohne Vibration, schaute ich fast stündlich auf die Uhr, ob ich etwas verpasst habe. Da das Gerät auch noch Wasserfest ist, kann ich unter der Dusche auch die Musik weiterschalten oder die neuste Email durchblättern.

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Der Empfang war ebenfalls sehr gut. Im Haus konnte ich mein iPhone sogar in meinem Zimmer lassen und verpasste im Wohnzimmer, bei einer gemütlichen Konversation, keine Nachrichten mehr. So sieht man nicht aus, als wäre man vom Smartphone abhängig, in dem man ständig auf das Gerät schaut. Ein kurzer Blick auf eine Uhr ist normal. Leider kann man so nicht auf die Nachrichten antworten. Es gibt aber sowieso etwas Wichtigeres. Verlieren beide Geräte trotzdem mal die Verbindung, weil man doch etwas zu weit weg war, verbinden sich diese wieder sofort, wenn sie in Reichweite sind. Bei anderen Smartwatches habe ich bereits das Gegenteil gehört. Dort dauerte ein neuer Verbindungsaufbau länger oder nur noch manuell.

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Das Display war super. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung konnte ich die Uhrzeit oder kurze Nachrichten problemlos lesen. Auch der Blickwinkel ist okay. Einige Watchfaces, die sich mit der App herunterladen lassen, kommen sogar mit einer invertierten Variante. So hat man entweder weißen Text auf schwarzes Hintergrund oder andersrum.  Und im Dunkeln kann man das Display durch leichtes Schütteln kurz beleuchten. Android Geräte sind meistens dauerhaft an und stören eventuell den Schlaf. Die Bedienung ist inovativ. Es gab vier Tasten, die sich eigentlich fast selbst erklärten. Home, Hoch/Zurück, Bestätigen, Runter/Weiter.

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In vielen Situationen möchte ich die Uhr nicht mehr missen. Beim Autofahren die Lieder weiterschalten oder Anrufe annehmen, im Supermarkt die gespeicherte Einkaufsliste durchgehen, in der Arbeit wichtige Nachrichten empfangen oder unterwegs einfach das Handy weniger aus der Hosentasche nehmen müssen. Es gab auch einige Fitness-Apps. Einen Schrittzähler habe ich kurze Zeit mal verwendet. Das Ergebnis war aber leider nicht sehr genau. Auch den Schlaf habe ich damit analysieren können.

Ich habe mich dafür entschieden, die Uhr zu verkaufen und auf die Version von Apple zu warten. Bereits einige Tage vor diesem Bericht hat die Pebble ihren Besitzer gewechselt. Seit dem habe ich einige Entzugserscheinungen. Phantomvibrationen am Handgelenk, das Smartphone dient wieder als Uhr. Doch eins hat sich zum Glück nicht geändert: Ich nehme mein iPhone trotzdem weniger in die Hand. Ich habe gelernt, dass es reicht, wenn ich in einer längeren Pause auf Nachrichten antworten kann.

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Vermisst habe ich an der Smartwatch einiges. Eine Siri-Integration (zwar mit einem Jailbreak möglich, aber ohne Mikrofon eher mühselig), ein direktes Abrufen meiner Erinnerungen und Termine oder keine Entsperrcode, wenn die Uhr in der Nähe ist. Uhren müssen nicht viel können. Hauptsache ich verpasse keine Termine, keine Nachrichten und kann damit schnell eine neue Erinnerung erstellen. Das sie eventuell auch einen Sicherheitsfeature (wie das Entsperren des Smartphones oder PCs) haben könnten, ist mir eher unwichtiger. Einige Hersteller übertreiben leider etwas. Positiv ist, dass die Pebble ohne Internetanbindung funktioniert und so viele Sachen auch offline anzeigt.

Das Quartal mit der Uhr hat mir gezeigt, dass ich etwas genutzt habe, dass ich irgendwie erst nie gebraucht habe, jetzt aber erstmal vermissen werde. Als Technikfreak und Informatiker konnte ich meine Hände von der neuen, noch eher unbekannten, Erfindung nicht lassen. Leider habe ich keine eigene App rausgebracht. Mir fehlte die Zeit, mich mit der API zu beschäftigen. Die Welt hat aber noch nicht genug. Es kommen zur IFA sicherlich noch einige neue Modelle (meistens nur für Android Geräte) raus. Eventuell stellt Apple auch nächste Woche zum neuen iPhone ihre ‚iWatch‘ vor.

Wie sind eure Erfahrungen bisher?

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Über den Autor: Anh Dung

Gab dem Blog seinen Namen. Seit 25 Jahren ein Nerd. Leidenschaftlicher Gamer, Webdesigner, Softwareentwickler, Fotograf und Blogger. Studierte Medieninformatik an der Hochschule Aalen. Jetzt mit Bildungsgrad Bachelor. Macht beruflich Apps für Apple Hardware in Karlsruhe. Großer Fan von Games, Technik, Nintendo, Sony, Apple, guten Animationsfilmen, lustigen Serien, alternativer Pop-Musik.
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