iPhone 6 Plus – Review

iPhone 6 Plus – Review

18.10.14 - 14:39 Uhr // Techfeed

Ich habe das iPhone 6 Plus in der Farbe Silber nun einige Zeit in besitzt. Der Grund für den Kauf war die bessere Bildstabilisierung, das schärfere und größere Display und die lange Akkulaufzeit. Wie das Phablet im Alltag auf mich gewirkt und was die Großen Unterschiede zu meinem vorherigen Smartphone, dem iPhone 5 sind, möchte ich hier erläutern.

Das Smartphone kommt in einer weißen Verpackung, die außer dem „Apple iPhone“ Logo an den Seiten und einer kleinen Hervorhebung, in Form des iPhone Frontpanels, noch nicht viel über das Smartphone verrät. Auf der Rückseite des Kartons befinden sich noch einige Informationen in verschiedenen Sprachen, sowie die Seriennummer. Geliefert wird das iPhone, genau wie sein kleiner Bruder, mit den Earpods (inkl. Fernbedienung und Mikrofon), einem Lightning-auf-USB-Kabel und ein USB Power Adapter mit nur 5W. Der Akku kann aber mit dem Ladegerät des iPad Airs aufgeladen werden. Das funktioniert zum Teil viel schneller. Für knapp 10€ gibt es ein Ladegerät mit 2 USB-Anschlüssen mit 12, sowie 8W auf Amazon. Dieses wird mit mehr als 4 Sternen sehr gut bewertet.

Das iPhone selbst wird nur mit einer Folie, welche auf beiden Seiten angebracht ist, in der Verpackung verwahrt und zeigt sich beim Auspacken als erstes. Das Gewicht fühlte sich merklich schwerer an, als ich es noch vom iPhone 5 gewohnt bin. Das dünnere Gehäuse und die elegente Oberfläche der Rückseite machten dies aber wieder gut. Die Rückseite schaut auf der Kamera einige Millimeter raus, was aber nicht stört. Die Kanten des Gerätes sind abgerundet, was den Anschein erwerkt, dass das ganze Gerät aus einem Stück besteht, da die Kanten perfekt ineinander übergehen. Das macht sich auch bei der Bedienung bemerkbar. Der eingebaute und neue Prozessor aus dem Hause Apple soll etwas schneller sein als sein Vorgänger.

  • iPhone6Plus_Review_0
  • iPhone6Plus_Review_1
  • iPhone6Plus_Review_2
  • iPhone6Plus_Review_3
  • iPhone6Plus_Review_4
  • iPhone6Plus_Review_back
  • iPhone6Plus_Review_front
  • iPhone6Plus_Review_back2
  • iPhone6Plus_Review_ovpVerpackung des iPhone 6 Plus
  • iPhone6Plus_Review_linseDie Linse schaut etwas hervor
  • iPhone6Plus_Review_touchidTouch-ID Sensor
  • iPhone6Plus_Review_displaymacroNahaufnahme Display

 

Technische Daten

  • Display: 5,5 Zoll Retina HD (13,94cm, 1920 x 1080 Pixel, 401 ppi)
  • Prozessor: Apple A8 mit 64-Bit Architektur und M8-Coprozessor für Bewegungen
  • Abmessungen: 158,1 x 77,8 x 7,1 mm
  • Gewicht: 172g
  • Akkulaufzeit: Bis zu 384h im Standby, bis zu 80h Musikwiedergabe, bis zu 12h Surfen im Netz
  • Kamera: 8 MP iSight Kamera (Blende: ƒ/2.2) mit TrueTone Blitz und Opt. Bildstabilisierung
  • Videoaufnahme in 1080p bis zu 60fps, sowie Zeitlupe in 720p mit bis zu 240fps
  • Front-Kamera: 1,2 MP (Blende ƒ/2.2) – 720p Videoaufnahme
  • Hometaste mit TouchID (Fingerabdrucksensor)
  • 802.11a/b/g/n/ac WLAN, Bluetooth 4.0, NFC, GPS, LTE, GMS, UMTS
  • SIM-Karte: Nano-SIM
  • Mehr Informationen anzeigen

 

Die Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des Gerätes ist, sofern man bereits ein iPhone besaß, sehr einfach. Altes iPhone am PC über iTunes sichern und synchronisieren. Das iPhone 6 Plus kommt in drei verschiedenen Farben (grau, silber und gold) und wird mit iOS 8 ausgeliefert. Dieses wurde vor dem Einspielen des Backups auf die aktuellste Version aktualisiert, da es sonst zu Komplikationen gekommen wäre. Danach wurde das Backup auf das iPhone 6 Plus gespielt. Dadurch waren alle Daten, Apps und Einstellungen, die zuvor auf dem alten Gerät lagen, übertragen worden. Das erspart ein erneutes Einstellen und Anpassen des Gerätes. Da ich nur 5 GB an Daten über die letzten vier Jahre angesammelt habe, dauerte dieser Vorgang nur 15 Minuten. Alternativ funktioniert die Sicherung auch via iCloud. Das dauert je nach Internetverbindung etwas länger und sorgte bei vielen Bekannten, die ihre Bilder (aufgrund ihres geringen iCloud-Speichers) nicht sichern konnten, zu einem wertvollen Datenverlust. Das alte iPhone musste dann nur noch korrekt zurückgesetzt werden. Danach konnte ich zum ersten Mal den Fingerabdrucksensor ausprobieren. Dieser scannte meinen Finger einige Male und entsperrte mein Gerät nach der Einrichtung über diesen Finger. Aus Sicherheitsgründen habe ich deshalb für den Entsperrcode einen längeren Schlüssel verwendet, um mich vor einer Entschlüsselung zu schützen. Da ich das Gerät auch mit mehreren Fingern entsperren möchte, konnte ich in den Einstellungen einige weitere Abdrücke speichern. Außerdem gibt es für das iPhone 6 noch die Auswahl zwischen einer Standart- oder einer vergrößerten Ansicht. Ich habe mich für die Standartansicht entschieden.

 

Die Software

iOS 8 bietet für das iPhone 6 und 6 Plus verschiedene Vorteile. Über NFC kann nun, vorläufig erst in den USA, in verschiedenen Restaurants oder Läden mit dem Smartphone bezahlt werden. Die Authentifikation erfolgt über den Fingerabdruck. Außerdem erfasst die Health-App über den M8-Coprozessor und den eingebauten Barometer eure hinterlegten Stockwerke. Dieser Prozessor ist nun auch so verbessert, dass er erkennt ob ihr auf dem Fahrrad oder im Auto sitzt. Das iPhone 6 Plus besitzt als einziges weiteres Softwarefeature: Der Homescreen im Querformat. Ansonsten bietet das iPhone 6, außer der Möglichkeit Videos in 60 Bildern oder Slow-Motion-Aufnahmen mit 240 Bildern pro Sekunde aufzunehmen, keine Software- und teils Hardwaremäßigen Unterschiede zum iPhone 5s. Die vorinstallierten Anwendungen wurden bereits auf das neue Betriebssystem und die höhere Displayauflösung angepasst. Andere Apps, die man aus dem Appstore heruntergeladen hat, werden teilweise einfach hochgerechnet. Das wirkt sich auf die Qualität der Anwendungen aus und machte mir im Testzeitraum keinen Spaß. Dieses Problem wir die nächste Generation sicher nicht mehr allzu häufig haben, da bis dahin viele Apps angepasst wurden. Nach und nach kamen einige Updates hinzu. So spielt YouTube nun Videos in 1080p, Facebook und Instagram sehen wieder besser aus und andere Anpassungen werden demnächst im Store erscheinen.

2014-10-14 16.53.47

 

Die Hardware

Die Verarbeitung des Smartphones ist wirklich gut. Die Tasten für die Lautstärke oder den Standby-Modus sind beim Klicken knackiger und sehen nun etwas edler aus. Das Display besitzt im Vergleich zu den Retina Displays, die man bereits seit dem iPhone 4 kennt, eine höhere Pixeldichte. Um genau zu sein 75 Pixel mehr pro Zoll. Einen spürbaren Unterschied merkt man zumindest nicht. Da das Auge auch nicht mehr erkennen kann. Und näher als 20 Zentimeter gehe ich auch nicht an mein Display ran. Das Kontrastverhältnis beträgt nur 1300:1 (das iPhone 6 hat ein Verhältnis von 1400:1). Das bedeutet, dass der Helligkeitsunterschied zwischen schwarz und weiß kleiner ist. Dieser Wert wirkt sich auf die Schärfe und die Lebendigkeit des Bildes aus. Da der Unterschied aber relativ klein ist, ist dieser kaum zu erkennen. Glücklicherweise ist mir nebenbei auch aufgefallen, dass das Display auch im Freien noch gut ablesbar ist.

Die Performance wurde deutlich verbessert. Im Duell mit dem iPhone 5 wurde eine Webseite mit vielen Elementen, wie JavaScript oder Bildern, schneller geladen. Kleiner Nebeneffekt: Man bekam durch die Displaygröße fast 33% mehr Inhalt der Seite zusehen. Beim Starten von Standartanwendungen oder nicht sehr aufwendigen Spielen waren die Ladezeiten relativ gleich. Nur in wenigen Fällen war die Zeit zwischen Start und Bedienung mehr als doppelt so schnell. Erstaunlicherweise dauerte das Eingeben des Entsperrcodes um einiges Länger als die Erkennung des Fingerabdrucks. Dieser kann in vielen Anwendungen zur Authentifizierung genutzt werden. Auf dem iPhone 5 musste ich dafür noch eingestelltes Passwort eingeben.

Die Lautsprecher wurden von mir zum Glück nie verdeckt. Sie erzeugen einen guten, lauten Sound. Zum Teil hören sich Lieder etwas dumpf an. Das reichte aber für viele Anwendungen aus. Musik höre ich unterwegs sowieso nur über Kopfhörer oder im Auto. Einen großen Unterschied zu anderen mobilen Geräten konnte ich nicht heraushören.

 

Die Kamera

Die neue iSight Kamera in den neuen iPhones verfügt nun über einen besseren Auto-Fokus. Dieser ermöglicht es schnell den Fokus auf ein Objekt, z.B. beim Filmen, anzupassen. So kann schnell auf eine Nahaufnahme gewechselt werden, ohne lange auf den Autofokus zu warten. Außerdem hat das größere Modell einen optischen Bildstabilisator. Hier gleicht die Linse kleine Verwicklungen aus und sorgt so für schärfe und verwacklungsfreie Bilder. Die Front-Kamera, lässt nun mehr Licht durch. Serienbilder können nun auch mit dieser Kamera aufgenommen werden. Ich habe einige Testfotos gemacht. Diese sind im Original (zu sehen in der Lightbox) unkomprimiert und unbearbeitet. Die Vorschaubilder hier dagegen sind qualitativ schlechter.

iphone6plus_testaufnahme1

Normale Aufnahme bei hellem Licht

iphone6plus_testaufnahme2_makro

Makroaufnahme

iphone6plus_aufnahme_blitz

Aufnahme mit Blitz

iphone6plus_testaufnahme3_front

Aufnahme mit Facetime-Kamera

Helle, gut beleuchtete Flächen sehen auf dem Endergebnis sehr gut aus. Details, wie das Fell des Esels gehen nicht verloren. Dunklere Flächen haben ein merkbares Rauschen, das aber nicht weiter stört. Makroaufnahmen werden, mit einer gewissen Tiefenschärfe, klar dargestellt. So genau habe ich mir die Yoshi-Figur z.B. noch nie angesehen. Die Facetime-Kamera bietet keine brauchbaren Aufnahmen. Das Bild hat wenig Schärfe und die Farben wirken etwas verblasst. Das Rauschen ist hier klarer zu erkennen. Das reicht aber z.B. für Instagram vollkommen aus, da das Bild in verkleinerter Darstellung brauchbare Ergebnisse zeigt und Fehler weniger auffallen.

iphone6plus_testaufnahme4_vergleich

Für diesen Beitrag habe ich zwei, zur gleichen Zeit aufgenommene Fotos gemacht. Die Kopfhörer werden von außen beleuchtet. Ich habe die Aufnahmen vergrößert verglichen und merke kaum einen Unterschied in der Schärfe. Nur die Farben sind beim iPhone 6 Plus natürlicherer und haben ein besseres Schwarz. In diesem Beispiel geben sich die zwei 8 Megapixel Kameras also wenig. Sie unterscheiden sich nur in der Sensorgröße und ihrer Blende. Merklich bessere Aufnahmen sind also im Normfall nicht zu erwarten. Ich fotografiere weniger mit dem Smartphone. Für einen kurzen Schnappschuss, um etwas mit seinen Freunden zu teilen, reicht das aber aus. Andere Erinnerungen halte ich lieber mit meiner eigenen Kamera fest. Einen besseren Vergleich (mit allen iPhone Generationen) haben Snap Snap Snap gemacht.

iphone6plus_kamera_testaufnahme_aalen

Aufnahme aus dem Fenster

 

Der Alltag

Die erste Zeit verwendete ich das riesige iPhone an meinem Arbeitsplatz. Hier störte die Größe nicht, sie war von Vorteil. Auch wenn einige Anwendungen noch nicht angepasst wurden, hatte ich durch das größere Display mehr Fläche zum Arbeiten, die ich vorher aber nicht wirklich vermisst habe. Das schnelle Entsperren über Touch-ID macht Spaß und war Anfangs gewöhnungsbedürftig, da ich immer wieder nach dem Entsperr-Code gefragt wurde. Das Smartphone wurde außerdem mit der Pebble Smartphone per Bluetooth verbunden. Diese zeigt mir unterwegs wichtige Nachrichten an. Das erspart mir das ständige Herausholen des Phablets und komische Blicke meiner Kommilitonen. Anrufe führe ich unterwegs mit dem Headset und daheim per Lautsprecher. Das sieht erstens nicht so komisch aus und zweitens muss ich so nicht die Hörmuschel mit meinem Ohr treffen um den Gesprächspartner zu verstehen.

Die Netzwerkverbindungen waren stets stabil. In der Hochschule und zu Hause hatte ich immer ein sehr gutes WLAN-Signal und eine schnelle Internetverbindung. Ist diese abgebrochen findet das Smartphone sofort den mobilen Netzempfang, wie LTE oder 3G. Dadurch waren Webseiten und Apps auch unterwegs brauchbar. Die Performance war im Alltag, mit nicht rechenintensiven Apps, nicht spürbar besser. Aber Unterwegs war das Lesen von Feeds oder Schreiben von Chatnachrichten, durch den größeren Bildschirm, um einiges einfacher. Auch das Fotografieren macht mit dem iPhone Spaß. Da man hier kleine Verwacklungen, dank Bildstabilisierung, in Kauf nehmen kann. Das Ergebnis lässt sich in Chat-Mitteilungen oder sozialen Netzwerken sehen.

Natürlich passte das iPhone mit seinem ca. 14 Zentimeter großen Display in die Hosentasche. Trotz dünnem Gehäuse fällt es aber trotzdem auf. Bei längerem Sitzen oder beim Autofahren habe ich das Smartphone aus der Hosentasche genommen und auf dem Schreibtisch oder in die Ablage gelegt. Dank Smartwatch brauchte ich das Smartphone sowieso weniger und somit landete es zum Teil auch einfach in einem Rucksackfach.

 

Fazit

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann man mit dem iPhone 6 Plus sehr gut arbeiten. Auf dem Schreibtisch bietet es eine passable Größe und kann damit das iPad mini locker ersetzen. Die Verarbeitung und Optik ist klasse. Ich bin immer wieder erstaunt wie hochwertig sich das Gehäuse anfüllt, wenn ich es aus seiner Schutzhülle entnehme. Die Kamera bietet brauchbare Fotos für kurzweilige Momentaufnahmen. Slow-Motion und Zeitrafferaufnahmen sind eine nette Spielerei, die ich nach diesem Test wohl weniger verwenden werde. Die Aufnahmen sind aber verblüffend gut. Nur bei schlechten Lichtbedingungen, waren die Slow-Motion-Videos nicht zu gebrauchen. Frauen, die das Smartphone in ihrer Handtasche verstauen können, haben natürlich einen größeren Vorteil, wenn es um den Transport des iPhones geht. Ich habe das Gerät in meiner Hosentasche aber ebenso wenig bemerkt. Wer von einem 4 Zoll auf das 5,5 Zoll große Display umsteigt, wird sich über den gewonnen Platz freuen. Ich würde nach den letzten Wochen zwar weiterhin die kleinere oder 4,7 Zoll Variante bevorzugen, obwohl ich mit diesem Smartphone die Vorteile eines iPads auch unterwegs nutzen konnte.

Positiv

  • Vorteile eines iPads auch unterwegs nutzen
  • Scharfes Display
  • Hochwertiges Gehäuse
  • Schneller, energiesparender Prozessor
  • Sehr gute Foto- und Videoqualität
  • Optischer Bildstabilisator
  • Gute Lautsprecher
  • Daten werden verschlüsselt gespeichert
  • Touch-ID
  • Kostenloser iCloud-Speicher

Negativ

  • Teurer, aber fairer Preis
  • Großes Display gewöhnungsbedürftig
  • Mittelmäßige Facetime-Kamera
  • Nicht wasser- / staubgeschützt
  • Schwaches Ladegerät
  • NFC in Deutschland unbrauchbar
Testergebnis: iiiig
Teilen mit:

Über den Autor: Anh Dung

Gab dem Blog seinen Namen. Seit 25 Jahren ein Nerd. Leidenschaftlicher Gamer, Webdesigner, Softwareentwickler, Fotograf und Blogger. Studierte Medieninformatik an der Hochschule Aalen. Jetzt mit Bildungsgrad Bachelor. Macht beruflich Apps für Apple Hardware in Karlsruhe. Großer Fan von Games, Technik, Nintendo, Sony, Apple, guten Animationsfilmen, lustigen Serien, alternativer Pop-Musik.
Du findest dungi auch auf Twitter.

Ersten Kommentar hinzufügen